Wer aus Deutschland mit dem Auto nach Italien, Slowenien oder an die Adria fährt, kommt an Österreich kaum vorbei. Die Route über Salzburg, die Tauernautobahn und den Karawankentunnel gehört zu den beliebtesten Transitstrecken in den Süden. Sie zeigt auch gut, wie schnell Maut zum Stolperstein wird: hier eine Vignette, dort eine Streckenmaut, dazu Kameras, die Kennzeichen abgleichen.
Vignette und Streckenmaut sind zwei verschiedene Dinge
Die Vignettenpflicht gilt auf allen Autobahnen und Schnellstraßen der ASFINAG, auf Landstraßen brauchst du keine. Betroffen sind Pkw, Wohnmobile und Motorräder bis 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse, und zwar auch Elektroautos. Ein E-Auto ist nicht befreit, nur weil es lokal emissionsfrei fährt. Anhänger brauchen keine eigene Vignette, es zählt das Zugfahrzeug.
Am bequemsten geht das vorab im Netz: Du kannst die digitale Autobahnvignette online buchen und direkt auf dein Kennzeichen registrieren. Bei Europamaut ist sie sofort gültig und an das Kennzeichen gebunden, es kann also nichts verloren gehen oder falsch aufgeklebt werden. Ein Aufkleber an der Windschutzscheibe entfällt ganz, und auch das Anstehen an Tankstelle oder Grenze sparst du dir.
Das Ende der Klebevignette
Die Klebevignette 2026 ist die letzte. Vignetten, die ab dem 1. Dezember 2026 gelten, gibt es nur noch digital. Für die Wintersaison heißt das: Wer in die Skigebiete nach Tirol, Salzburg oder Kärnten fährt, kauft die Vignette künftig nur noch elektronisch. Die 10-Tages-Vignette für Pkw kostet laut ASFINAG bei Gültigkeitsbeginn bis zum 30. November 2026 12,80 €. Für Vignetten ab Dezember gilt eine neue Preisverordnung, die nach Stand Mitte Oktober noch nicht veröffentlicht war. Schau also kurz in die aktuellen Preise, bevor du planst.
Digital hat noch einen praktischen Vorteil: Die Vignette ist papierlos und damit auch ein kleiner Beitrag zur Umwelt, den man als Autofahrer ohne Mehraufwand mitnimmt.
Wo trotz Vignette zusätzlich Maut anfällt
Auf einigen Abschnitten gilt keine Vignette, sondern eine eigene Streckenmaut, die pro Einzelfahrt fällig wird. Das betrifft vor allem die Tunnel- und Passstrecken:
- A 9 Pyhrn mit Gleinalm- und Bosrucktunnel
- A 10 Tauern mit Tauern- und Katschbergtunnel (für die Gesamtstrecke 2026 mit dem Pkw 15,00 €)
- A 11 Karawanken (in Fahrtrichtung Süd 9,00 €)
- A 13 Brenner (12,50 €)
- S 16 Arlberg
Wer Richtung Süden fährt, passiert also fast zwangsläufig mindestens eine dieser Strecken. Plane diese Kosten von Anfang an in dein Reisebudget ein, damit du an der Mautstelle nicht überrascht wirst.
Einzelne Abschnitte direkt hinter der Grenze sind übrigens vignettenfrei, etwa die A 1 zwischen Walserberg und Salzburg Nord, die A 12 bis Kufstein-Süd oder die A 14 bis Hohenems. Verlass dich trotzdem nicht darauf, sondern kauf die Vignette vor der Einreise.
Kontrolle und Strafen
Kontrolliert wird in Österreich anhand des Kennzeichens, durch die Mautaufsicht vor Ort und durch automatische Kameras mit Kennzeichenabgleich. Wer ohne gültige Vignette erwischt wird, zahlt laut ASFINAG eine Ersatzmaut von 200 € für Pkw und Wohnmobile. Bleibt sie unbezahlt, droht ein Verwaltungsstrafverfahren mit 300 bis 3.000 €. Die Ersatzmaut ersetzt die Vignette übrigens nicht, sie berechtigt nur am Tag der Kontrolle und am Folgetag zur Weiterfahrt.
Für Vielfahrer: die Flatrate-Variante
Wer mehrmals im Jahr durch Österreich oder die Nachbarländer fährt, spart sich mit einer Flatrate das ständige Neubuchen. Bei der Vignetten-Flatrate von Europamaut übernimmt Europamaut die amtliche Mautgebühr vollständig, du zahlst also nur den Flatrate-Preis und musst nichts separat an die Behörde überweisen. Die Flatrate gilt automatisch auch in sieben weiteren europäischen Mautländern, bezogen auf die 10-Tages-Vignette für Pkw. Bezahlen kannst du unter anderem per PayPal, Kreditkarte oder Google Pay, und bei Fragen hilft der E-Mail-Support rund um die Uhr, auch am Sonntagabend an der Grenze.
Checkliste vor der Abfahrt
- Fahrzeugschein prüfen: Die technisch zulässige Gesamtmasse steht in Feld F.1. Bis 3,5 Tonnen gilt die Vignette, darüber die GO-Maut.
- Kennzeichen exakt eingeben: Zulassungsland und Kennzeichen müssen stimmen, denn die Kontrolle läuft darüber.
- Vor der Auffahrt buchen: Nicht erst auf dem Rastplatz oder an der Grenze, sondern am besten schon zu Hause.
- Streckenmaut einplanen: Tauern, Karawanken und Brenner kommen auf der Route in den Süden oft zusätzlich dazu.
- Bestätigung speichern: Ein Screenshot der Registrierung hilft, falls es bei einer Kontrolle Rückfragen gibt.
Mit etwas Vorbereitung wird die Fahrt durch Österreich entspannt: Die Vignette ist in wenigen Minuten gebucht, und du kannst dich auf die Strecke und das Ziel konzentrieren statt auf Mautstellen und Bußgelder.
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